WANDERN IM HABICHTSWALD

Rundwanderung Hirzstein, Teufelsmauer und Firnsbachtal

Habt ihr auch schon gemerkt, dass die Tage nun wieder deutlich länger sind? Die Natur erwacht nun sichtbar. Schneeglöckchen und Winterlinge blühen bereits und die Hasel lässt auch nicht mehr lange auf sich warten. Jeder Sonnenstrahl zieht uns nach draußen in die Natur, Parkanlagen oder Cafés. 

Wir wandern heute Richtung Firnsbachtal, dabei besuchen wir den Hirzstein und die Teufelsmauer, kehren im Landgasthaus Unteres Firnsbachtal ein und kommen schließlich über das Herbsthaus zurück zum Wanderparkplatz.

Wanderung zum Hirzstein

Wir starten unsere Wanderung an meinem Lieblingsausgangspunkt, dem Wanderparkplatz Ziegenkopf. Von hier aus haben wir zahlreiche Möglichkeiten für leichte und anstrengende, kürzere und längere Wanderungen und es gibt ständig etwas zum Entdecken.

Wir folgen zunächst dem Naturpark-Rundweg Nr. 13 auf dem Asphaltweg geradeaus. Nach etwas mehr als 100 Metern biegen wir links auf einen Forstweg, der mit Eschen gesäumt ist. Auf der rechten Seite öffnet sich der Blick über eine Wiese auf den Berg, das Kleine Herbsthaus. Wenn wir am Ende der Wiese noch einmal über unsere rechte Schulter schauen, sehen wir die Skipiste am Hohen Gras.

An besonders schattigen Stellen liegen noch letzte Reste des Schnees. An der Weggabelung verlassen wir den Naturpark-Rundweg Nr. 13 und gehen geradeaus weiter. Wir laufen durch einen Mischwald mit Buchen, Eschen, Ahorn, Birken und einigen Fichten. Stürme und der Borkenkäfer in den letzten Jahren haben dem Wald ordentlich zugesetzt. Wo die Vegetation noch nicht so alt ist können wir Schwarzerlen sehen und am Wegrand finden wir Binsen. Beides zeigt uns, dass der Boden hier anhaltend Feucht ist. Der Hohe Habichtswald ist ein wichtiger Trinkwasserspeicher für die Stadt Kassel.

An der nächsten Weggabelung halten wir uns rechts. Nun steigt uns hin und wieder der Duft von Harz in die Nase, den die Douglasien, die hier vereinzelt stehen, verströmen. Von der Weggabelung ausgehend  kreuzt nach etwa 300 Metern ein Trampelpfad unseren Weg, auf dem wir nach rechts weitergehen. Der Weg ist Stellenweise matschig und etwas rutschig. Mit kleinen Schritten tasten wir uns vor und verhindern so, dass wir fallen. Schließlich erreichen wir wieder einen Forstweg, auf dem der Kassel-Steig verläuft. Auf der gegenüberliegenden Seite entdecken wir einen Wegweiser zum Hirzstein und zur Teufelsmauer. Diesem folgen wir.

Wiese am Ziegenkopf
Aussicht vom Hirzstein

Naturschutzgebiet Hirzstein

Der Hirzstein und die nahegelegene Teufelsmauer sind ein Naturschutzgebiet. Der Basalt des Hirzsteinbergs wurde abgebaut. Dadurch entstand an der Südseite eine steile Felswand, die mittlerweile von verschiedenen Vögeln als Nistgelegenheit genutzt wird. Während wir auf dem Weg, der zunehmend schmaler wird, auf die Kuppe zulaufen, fällt uns auf, dass die Buchen hier deutliche dicker und älter sind als in den Waldabschnitten durch die wir zuvor gewandert sind. Auf dem Waldboden liegt Totholz, ein Lebensraum für viele Tiere und Insekten.

Der Weg wird etwas steiler und führt um die Kuppe herum. Nun hören wir deutlich das Rauschen der Autobahn. Auf der rechten Seite sehen wir unten im Tal die ehemalige Bergbausiedlung Firnsbachtal. Besonders das letzte Stück auf dem Pfad ist von mystischer Schönheit. Alte Buchen und tote Baumstämme mit Pilzen und Spechtlöchern ragen in die Höhe. Felsen formen den Hang. Schließlich erreichen wir ein Aussichtsplateau mit einer fantastischen Aussicht auf die umliegende Landschaft. Richtung Westen blicken wir auf den Ort Schauenburg-Hoof, den Burgberg und rechts daneben den Großen Schönberg. Richtung Süden können wir bis Baunatal schauen.

Nachdem wir die Aussicht auf die Landschaft ausgiebig genossen und durch die Röhrchen am Fernrohr-Guck-Pfahl einzelne Orte genauer ins Visier genommen haben, gehen wir auf dem Weg zurück bis zum Abzweig nach rechts zur Teufelsmauer.

Geheimnisvolle Teufelsmauer

Wir folgen dem Pfad und erreichen nach etwa 100 Metern eine geheimnisvolle Steinwand mitten im Wald. Rund um die Teufelsmauer befand sich ein Steinbruch in dem Basalttuff zum Bau des Herkules-Monuments im Bergpark Wilhelmshöhe abgebaut wurde. Am Hang können wir noch die Tuffsteinfelsen sehen. Wir gehen auf dem Pfad an der Wand vorbei und betrachten die Wand von unten. Sie besteht aus festerem Gestein, als die umliegenden Felsen und blieb dadurch beim Abbau stehen. Dieser Ort ist zu jeder Jahreszeit anders und immer besonders.

An der Unterkante der Wand führt ein Pfad hinab ins Firnsbachtal, dem wir folgen. Er ist stellenweise steil und rutschig, weshalb hier gute Trittsicherheit erforderlich ist. Nach etwa 400 Metern kommen wir auf einen Forstweg, auf dem der Naturpark-Rundweg Nr. 55 markiert ist.

Alternativ gehen wir auf dem Weg zurück zum Abzweig und nach rechts weiter zur Kreuzung. Von hier aus folgen wir dem Naturpark-Rundweg Nr. 55 nach rechts über die „Kaffeemühle“ an den Fuß des Hirzsteins, wo der schmale steile Pfad auf den Rundweg trifft.

Rechter Hand sehen wir durch die kahlen Bäume die Felswand des Hirzsteins aufragen. Bitte bleibt auf dem Weg und versucht nicht querfeldein näher an die Hirzsteinwand heran zu kommen. Lasst der Natur ihre Ruhe. Diese Gelegenheit bekommt ihr noch. An der Weggabelung folgen wir dem Rundweg Nr. 55 nach rechts. Wir sind sehr dicht an der Autobahn A44. Nach etwa 250 Metern erreichen wir den Abzweig zur Hirzsteinwand. Folgt nun diesem Pfad und kehrt auch auf diesem Weg wieder zum Forstweg zurück. Etwa 100 Meter weiter verlassen wir den Forstweg und folgen der Markierung des Rundwegs Nr. 55 nach links auf einem Pfad weiter. Am beinahe tiefsten Punkt unserer Route überqueren wir den Firnsbach. Das Rauschen des Wassers überhören wir fast, da es durch die Autobahn übertönt wird.

Teufelsmauer
Semmelknödel im Landgasthaus Unteres Firnsbachtal

Durch das Firnsbachtal

Nun geht es wieder bergauf. Rechter Hand befindet sich ein eingezäunter Eichenhain. Wir folgen der Markierung des Rundwegs Nr. 55 am Zaun entlang bis zum Parkplatz, neben dem das Landgasthaus Unteres Firnsbachtal steht. Wir kehren ein und lassen uns verwöhnen. Im Jahr 2021 wurde das Landgasthaus von jungen Leuten übernommen und aufgepeppt. Im Innenraum ist der alte Scharm mit liebevollen frischen Details verbunden. Die Speisekarte ist überschaubar, es ist jedoch für jeden Geschmack etwas dabei. Semmelknödel und Strudel erinnern an die Alpen. Die Gerichte sind saisonal und werden mit Lebensmitteln aus der Region zubereitet. Ein Genuss für den Gaumen.

Vollgefuttert treten wir nun die letzte Etappe unserer Wanderung an. Wir folgen dem Feldweg auf dem der Naturpark-Rundweg Nr. 55 und der Leitweg des Habichtswaldsteigs verläuft bergauf bis zur Linkskurve. Dort verlassen wir den Feldweg und gehen hinunter an den Firnsbach. Jetzt wird es ein wenig abenteuerlich. Wir überqueren den Bachlauf auf Trittsteinen und steigen dann den Hang hinauf. Wir halten uns links und folgen den gelben Markierungen Nr. 55 und 57. Der Weg durch das Firnsbachtal wurde schon Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Aufkommen der Wanderbewegung angelegt. Er führt etwas oberhalb des Bachlaufs an der Hangkante entlang. Felsen wurden gesprengt, um das Tal zu erschließen, Brücken überspannen den Bach. Wir genießen die Ruhe. Nur das Plätschern des Firnsbachs durchbricht die Stille und vereinzeltes Vogelgezwitscher.

Nach knapp 500 Metern folgen wir nur noch der Markierung Nr. 57 und erreichen schließlich am Kleinen Herbsthaus wieder einen Forstweg.

Bergbau am Herbsthaus

Der Firnsbach entspringt am Ziegenkopf und mündet nach 3,2 Kilometern zwischen Hoof und Elgershausen in die Bauna. Am Kleinen Herbsthaus wird Wasser aus einem alten Bergbaustollen in den Firnsbach eingeleitet. Hier wurde Braunkohle abgebaut. Die Stollenzugänge sind am Abzweig auf den Forstweg noch zu sehen.

Bereist Landgraf Moritz hatte um 1600 am Herbsthaus einen kleinen Jagdsitz. Später wurde das ehemalige Wiegehaus auf dem Zechengelände als Gasthof genutzt, das alte Herbsthäuschen. Anfang der 2000er brannte es ab und wurde etwas weiter oberhalb wieder aufgebaut.

Vom Gasthaus Herbsthäuschen aus folgen wir dem Naturpark-Rundweg Nr. 13 zurück zum Wanderparkplatz Ziegenhopf.

Stolleneingang Firnsbachtal

Infos zur Wanderung durch das Firnsbachtal

Start / Ziel: Parkplatz Ziegenkopf

Distanz: ca. 8,5 Kilometer
Höhenmeter: ca. 100 Meter
Schwierigkeit: einige steile Abschnitte erfordern Trittsicherheit; Alternativroute ist leicht zu bewältigen

Anreise mit dem Auto: Wanderparkplatz Ziegenkopf
Anreise mit ÖPNV: Bushaltestelle Ziegenkopf

Einkehr: Landgasthaus Unteres Firnsbachtal

Ihr fühlt euch sicherer in Gesellschaft und habt sorge ihr könntet euch verlaufen? Dann schließt euch einer Feierabendwanderung an. Im Veranstaltungskalender des Naturpark Habichtswald findet ihr die Termine und könnt euch einer Gruppe anschließen, die mit mir zu den 10 schönsten Gipfeln im Habichtwald wandert.