WANDERN
Wanderung bei Hofgeismar von Schlösschen Schönburg nach Schöneberg
Die ersten warmen Sonnenstrahlen bringen uns zum lächeln. Wir genießen jeden Moment in der Sonne und an geschützten Plätzen halten wir es schon ohne Jacke mit einem leckeren Eis gut aus. Am 20. März war kalendarischer Frühlingsanfang. Tag und Nacht waren gleich lang. Die Vorfreude auf den Sommer steigt.
Wanderung durch Hofgeismar-Gesundbrunnen
Bei dieser Wanderung können wir bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Wir starten unsere Wanderung am Bahnhof in Hofgeismar. In der Unterführung folgen wir der Beschilderung nach Gesundbrunn. Sobald wir die Unterführung verlassen haben fällt unser Blick auf einen Wanderwegweiser. Wir folgen der Beschilderung Richtung Trendelburg. An einem Laternenpfahl entdecken wir wenige Meter weiter die Wegemarkierung des Upland-Weserbergland-Weges X6. Dieser folgen wir nun auf der Straße An der Esse.
Nach etwa 730 Metern erreichen wir eine T-Kreuzung an der Straße Kabemühlenweg. Wir folgen dem X6 nach links und zwischen zwei Eichen gleich wieder rechts in den Brunnenpark hinein. Linker Hand befindet sich der Friedhof von Hofgeismar und nach etwa 150 Metern können wir bereits das Schlösschen Schönburg durch die Bäume erkennen. Wir überqueren eine Kreuzung. Beim Blick nach rechts sehen wir durch die Bäume die historischen Gebäude Wilhelmsbad und Friedrichsbad. An der nächsten Kreuzung sehen wir schon den Schwanenteich. Wir überqueren einen Asphaltweg und gehen zu den zwei Bänken, die uns einen wunderbaren Blick auf das Schlösschen Schönburg mit seiner Spiegelung im Wasser ermöglichen.
Das Schlösschen Schönberg wurde 1790 unter Landgraf Wilhelm IX. als Rückzugsort erbaut. Die Pläne für das klassizistische Bauwerk, mit dem von ionischen Säulen getragenen Risalit, stammen von Simon Louis du Ry, der einer hugenottischen Architektenfamilie abstammt. Die Hugenotten werden uns auf dieser Wanderung noch begleiten. Der Schwanenteich, in dem sich das Gebäude spiegelt, ist erst 1804 angelegt worden.
Vom Brunnenpark nach Hofgeismar-Schöneberg
Wir setzen unsere Wanderung fort. Zunächst gehen wir ein Stück zurück bis zum Asphaltweg. Auf diesem spazieren wir weiter durch den Brunnenpark. Nach etwa 350 Metern erreichen wir eine Brücke, die uns über die Lempe führt. Zuvor haben wir schon durch die Bäume das Schwimmbad gesehen. Nachdem wir die Brücke überquert haben, gehen wir links an einem Gebäude entlang. Unser Blick fällt auf eine Picknickbank und eine Wandertafel. Um uns zu orientieren werfen wir einen Blick darauf und setzen dann unseren Weg auf der anderen Straßenseite fort. Wir folgen nun dem Naturpark-Rundwanderweg 1 und 2. Rechts vor uns befindet sich der Schöneberg und rechts davon können wir schon die ersten Dächer von dem Hugenottenort Schöneberg erkennen.
Zunächst führt unser Weg auf Feldwegen über die Felder. An einem warmen Tag merken wir bereits, dass diese Tour nicht für den Hochsommer geeignet ist, da kaum Schattenspendende Bäume am Wegrand stehen. Jetzt im Frühjahr genießen wir jedoch noch jeden Sonnenstrahl. An der T-Kreuzung gehen wir rechts weiter und erreichen eine Asphaltstraße. Auf der gegenüberliegenden Seite können wir schon das M des Märchenlandweges sehen, dem wir nun folgen. Der Wegabschnitt, der vor uns liegt ist zum Teil etwas matschig. Nach Regen ist er kaum begehbar. Nach einem etwas matschigen, aber zum Teil beschatteten Kilometer erreichen wir den Ortsrand von Schöneberg. An der Straße folgen wir dem Märchenlandweg nach links. Nach 160 Metern zweigt nach rechts die Isaak-Pierson-Straße ab.
Isaak Pierson war der Großvater von Dorothea Viehmann. Er ist als Glaubensflüchtling an der Seite des Pfarrers David Clément mit der ersten Flüchtlingswelle zwischen 1685 und 1687 aus Frankreich nach Kassel gekommen. Landgraf Karl ließ um 1700 mehrere Kolonien im Umkreis von Kassel nach den Plänen von Paul du Ry (Großvater von Simon Louis du Ry) angelegt, darunter auch Schöneberg. Isaak Pierson war der erste Bürgermeister des Ortes. Seine Enkelin, Dorothea Viehmann, erzählte 1813 Jacob und Wilhelm Grimm rund 40 Märchen, die sie niederschrieben.
Spaziergang durch Hofgeismar-Schöneberg
Wir folgen nicht der Isaak-Pierson-Straße sondern gehen auf der Bremer Straße weiter Orts einwärts. Die Straße ist gesäumt von alten Fachwerkhäusern. Nicht alle sind in einem guten Zustand. Nach 150 Metern fällt uns jedoch ein Haus auf der rechten Straßenseite auf: frisch saniert mit offenliegenden Balken und mit Ziegelsteinen ausgemauerten Gefachen. Eine große Eistüte prangt neben dem Eingang, darunter ein Schild mit der Aufschrift Schöneberger Bauernhofeis. Leider hat der Hofladen nur am Wochenende geöffnet, sodass ich ohne süße Verführung weiter wandern muss. Der Garten lädt jedoch zu einem späteren Besuch ein.
Etwas weiter die Straße hinauf befindet sich auf der linken Straßenseite die Kirche. Sie wurde 1705/06 errichtet. Ein Holzschild an der Türe mit der Aufschrift „Kirche geöffnet“ lädt uns zu einem Besuch ein. Wir steigen die Treppen hinauf und folgen der Einladung. Der Innenraum ist im schlichten Hugenottischen Stil ohne Bilder oder Zierwerk. Wir empfinden hier eine angenehme Ruhe. Nach einem besinnlichen Moment verlassen wir die Kirche wieder und folgen auf der gegenüberliegenden Straßenseite dem Märchenlandweg auf der Triftstraße. Hier müssen wir vor einigen Bau- und Sanierungssünden die Augen verschließen. Der Märchenlandweg führt uns rechts auf der Quertrift weiter. Nach dem letzten Haus auf der rechten Seite öffnet sich ein grandioses Panorama über die Dächer von Schöneberg hinweg Richtung Hofgeismar und die umliegenden Mittelgebirgszüge.
Spaziergang durch Gesundbrunnen
Wir folgen dem Märchenlandweg und entdecken nach etwa 300 Metern auf der rechten Seite noch einmal das Straßenschild der Isaak-Pierson-Straße. Zur linken Seite blicken wir über die Felder zum Waldrand, auf der rechten Seite begleiten uns noch Häuser. Nach knapp 500 Metern lassen wir das letzte Haus hinter uns und treffen auf eine T-Kreuzung. Wir folgen dem Märchenlandweg nach links auf dem Asphaltweg, der gleichdarauf in einer Rechtskurve auf die Felder führt. Vor uns sehen wir die Landstraße, die von Hofgeismar in Richtung Urwald und Tierpark Sababurg führt.
Nach etwa 460 Metern erreichen wir die Straße und flogen ihr einige Meter nach links bevor wir sie überqueren und auf dem Feldweg weiterwandern. Nun öffnet sich uns wieder das Landschaftspanorama auf den Habichtswald. Für die nächsten 500 Meter bis zur Kreuzung können wir unseren Gedanken nachhängen. Der Weg ist gut begehbar und die Aussicht lädt ein den Blick schweifen zu lassen. An der Kreuzung verlassen wir den Märchenlandweg und folgen nun wieder dem X6 hinab ins Tal nach Hofgeismar.
Nach einem knappen Kilometer erreichen wir eine ehemalige Papiermühle, in der Familien Ferien auf dem Bauernhof machen können. Wir gehen rechts weiter auf dem Asphaltweg bis zum Fußgängerüberweg über die Straße, dem wir folgen. Wir überqueren nach links den Parkplatz und halten und dann rechts. Nach 150 Metern biegen wir links in die Straße Gesundbrunnen ab. Nun spazieren wir zunächst durch eine Kastanienallee und erreichen auf der linken Seite das erste Badehaus, was unter Landgraf Karl 1732 errichtet wurde.
Rechter Hand sehen wir auch schon das Friedrichsbad (errichtet unter Landgraf Friedrich II. 1770), das Wilhelmsbad (errichtet unter Landgraf Wilhelm VIII. 1745) und davor den Brunnentempel (errichtet unter Landgraf Wilhelm IX. 1792). Wir gehen am Brunnentempel vorbei in den Park hinein. Hinter den Badehäusern halten wir uns schräglinks und folgen dem Parkweg bis zur nächsten Kreuzung. Von hieraus folgen wir wieder dem X6 zurück zum Bahnhof.
Infos zur Wanderung bei Hofgeismar
Start / Ziel: Bahnhof Hofgeismar
Distanz: ca. 9,0 Kilometer
Höhenmeter: ca. 100 Meter
Schwierigkeit: Leichte Tour, etwas Kondition erforderlich
Anreise mit dem Auto: Bahnhof Hofgeismar, An der Esse
Anreise mit ÖPNV: Bahnhof Hofgeismar
Einkehr: Schöneberger Bauernhofeis
Einen weiteren Tipp für eine Wanderung findest du hier: Zwischen Gin und Schmetterlingen.