TAGESAUSFLUG

Kirschblüte in Witzenhausen

Kirschblütenzweig vor Kirschbäumen

Nach vielen Jahren habe ich es nun endlich auch Mal zur Kirschblüte nach Witzenhausen geschafft. Wir sind ganz bequem mit dem Zug von Kassel nach Witzenhausen gefahren. Entlang der Fulder ging’s nach Hann. Münden runter und dann das Werratal wieder rauf. 

Stadtbesichtigung und Einkauf fürs Picknick

In Witzenhausen angekommen, haben wir erst einmal einen kleinen Stadtbummel gemacht, um ein leckeres Picknick für unsere Wanderung zusammenzustellen. Auf dem Marktplatz begegeneten wir einer lebensgroßen Skulptur von Jacob Grimm, der hier seine Freiheitsrede gehalten hat, nachdem er aus dem Königreich Hannover verwiesen wurde. Übrigens liegt Witzenhausen auch an der Deutschen Märchenstraße. Anschließend waren wir noch in der Liebfrauenkirche, wo wir im Kreuzgewölbe des Südschiffs wunderschöne Deckenmalereien entdeckten. Die Kirche ist ansich recht schlicht, hat aber ein paar spannende Details.

Bevor es dann richtig losging, wollten wir noch einen Kaffee trinken, doch leider hatte das Röstwerk geschlossen. Auf der Suche nach einer Alternative sind wir auf das Garten-Café Haase gestoßen. Ein süßes kleines Café mit allerlei Dekoration, wohin das Auge reicht und leckeren Kuchen und Torten. Hinter dem Haus gibt es eine Veranda und einen idyllischen kleinen Garten mit Zierpflanzen, Buchshecken, alten Bäumen, schmalen Wegen und kleinen Plätzen. Die Beschreibung klingt nach viel Platz, aber es ist sehr beschaulich. Zwischen den Beeten, unter der Veranda und unter einer Laube stehen Tische und Stühle, gedeckt mit hübschen Spitzendecken. Wo man hinschaut, findet man Gartendekoration, die auch zum Kauf angeboten wird. Es ist ein Ort zum Wohlfühlen und meinerseits eine unbezahlte Herzensempfehlung.

Wanderung auf dem Kirschwanderweg

Nun ging es für uns quer durch den Ort zum Kirschwanderweg 1. Offiziell ist der Ausgangspunkt in Witzenhausen-Wendershausen, aber ohne Auto ist es so einfacher. Die Rundtour startet für uns am Umspannwerk am Ortsrand von Witzenhausen und wir laufen im Uhrzeigersinn. Gleich am Anfang werden wir schon mit den ersten blühenden Kirschbäumen empfangen. Hinter dem Umspannwerk ist die erste Plantage mit einigen alten Bäumen. Darunter eine kleine Holzhütte, die ein schönes Fotomotiv darstellt. Ich habe gleich zu Anfang schon zahlreiche Fotos von den blühenden Kirschen  gemacht und hinterher festgestellt, dass es noch viel schönere Kirschmotive gibt. Daher empfehle ich die Blüten auch mit den Augen zu genießen und nicht nur durch die Linse. Es geht den Berg ein Stück hinauf dem gut beschilderten Kirschwanderweg 1 folgend. Nach der Linkskurve öffnet sich der Blick auf Wendershausen. Wir gehen wieder ein Stück bergab und durch einen lichten Waldsaum, später an Feldern, Weiden und Kirschplantagen vorbei nach Wendershausen. 

Picknick in der Kirschplantage

Am Ortsrand von Wendershausen starten auch der Kirschwanderweg 2 und der Premiumweg P27 “Burg Ludwigstein”. Wir folgten weiterhin dem Kirschwanderweg 1 wieder einen Berg hinauf. Doch diesmal werden wir mit einer fantastischen Aussicht über die blühenden Kirschbäume hinweg auf Wendershausen, das Werratal und die beiden Burgen Ludwigstein und Hanstein belohnt. Der Kirschwanderweg 2 läuft hier parallel. An ihm stößt man immer wieder auf kleine Informationstafeln über den Kirschanbau in Witzenhausen, die Zuchterfolge im Erwerbsobstanbau und lustige kleine Gedichte. Nach einer Weile gehen wir durch ein Törchen auf die lantage eines Süßkirschenversuchsbetriebes. Ein kurzes Stück geht es steil bergauf und mitten unter den Kirschbäumen stehen Picknickbänke. Hier haben wir uns bei bester Aussicht über das Werratal niedergelassen und unser Picknick ausgepackt: ein paar Wildbeißer hatten wir aus der Markthalle in Kassel mitgebracht, WIZ-Limo Kirsche von Schinkels Brauerei haben wir im Tegut in Witzenhausen bekommen, Kirschwein, Kirschlikör, Kirschkonfitüre, Kirschen in Schokolade und eingelegten Spargel in der Tourist-Info, Brötchen, Schafskäse vom Milchschafbetrieb Asbach und Scarmozza aus Italien gab’s bei Schachtelhalm Naturkost. Es war ein bisschen wie im Märchen Tischlein Deck dich. 

Geschichte des Kirschenanbaus in Witzenhausen

Die Geschichte des Kirschenanbaus in Witzenhausen reicht bis in das 16. Jahrhundert zurück, wobei damals an den Hängen eher Wein angebaut wurde. Nur an Wegrändern und in besonders steilen Lagen wurden Kirschen kultiviert. Erst im 18. und 19. Jahrhundert nahm der Weinanbau ab und der Kirschanbaus zu. Durch die geschützten Lagen und den durchlässigen Kalkboden ist Witzenhausen zu einem der größten Kirschenanbaugebieten in Deutschland geworden. Mehr über die Kirschen und den Kirschenanbaus gibt’s auf der Website des GeoNaturpark Frau-Holle-Land: Kirschenland.

Fortsetzung der Wanderung mit Kneipp’scher Erfrischung

Gut gesättigt und etwas vollgefuttert ging’s nach dem Picknick noch ein Stückchen den Hang hinauf und zwischen den Kirschbäumen entlang zu einem weiteren Rastplatz am Ausgang der Plantage. Nach ein paar Fotos der Aussicht auf die beiden Burgen ging’s durch das Törchen in ein Waldstück hinein. Die Buchen treiben schon erste Blätter und wir erfreuen uns beide sehr an dem frischen Grün. Gar nicht viel weiter kommen wir aus dem Wald schon wieder heraus und stoßen erneut auf einen Rastplatz, diesmal mit einer Wasserstelle. Ich Kneippianerin kannst ja nicht lassen, außerdem tut ja eine Erfrischung immer gut. Also gab’s ein Armbad im ausgehöhlen Baumstamm mit frischem kühlen Bergwasser. Auch diesmal bin ich wieder fasziniert von der erfrischenden Wirkung des “Kneipp’schen Espresso”. Weiter geht’s durch die Kirschen an einer drolligen Ziegenherde vorbei ins Tal und zurück nach Wendershausen. Der Kirschrundweg 1 führt nun erst leicht, dann immer steiler für knapp einen Kilometer den Berg (ca. 90 hm) hinauf. Dies ist der einzige Berg, den wir gerne andersherum gelaufen wären. In diesem Tal sind die Weiden jedoch nicht so fett, wie zuvor und wir entdecken unfassbar viele Schlüsselblumen unter den Kirschen. An manchen Stellen steht das leuchtende Blau des Kriechenden Günsel in starkem Kontrast zum Gelb der Schlüsselblumen. 

Letzte Aussicht auf die Burgen Hanstein und Ludwigstein

Oben angekommen führt der Weg am Waldrand entlang und stößt schließlich auf den Fernwanderweg X5. Der Kirschwanderweg macht zwei Schleifen vorbei an weiteren Kirschplantagen und schließlich wieder auf den X5, was sehr irritierend ist. Wir kamen uns ein bisschen veräppelt vor, haben aber so auch die Aussicht auf das Gelstertal, einem Zufluss der Werra, genießen können. Am Rand einer Alpakaweide unter Birken öffnet sich erneut der Blick über das Werratal auf die zwei Burgen Hanstein und Ludwigstein. Ein Stück führt der Weg noch unter alten Kirschbäumen entlang und schließlich durch einen Wald. An der Sulzberghütte geht’s nun abwärts durch den Wald und vorbei an weiteren Kirschplantagen zurück zum Umspannwerk. 

Tagesausklang an der Werra

Zurück in der Stadt lockte uns der Tipp aus Tobis Städtetrip, ans Werraufer zu Chez Nadines Café. Leider wurde dort erst für die Saison vorbereitet. Deshalb holten wir uns ein leckeres italienisches Eis in der Brückenstraße und setzten uns damit an die Werra. Am späten Nachmittag ging’s mit dem Zug wieder zurück nach Kassel. Glücklich und zufrieden ging ein wunderschöner Ausflug zu Zweit zu Ende. Im Gepäck haben wir eine Liste mit Orten, die wir beim nächsten Besuch von Witzenhausen ansehen wollen:

  • Besuch des Hofs Kindervatter
  • Besuch des Kirsch-Kinos
  • Burg Hanstein und Burg Ludwigstein besichtigen
  • Kirschen essen
  • Tagesausklang im Chez Nadine Café 
  • Besichtigung des Tropenhauses 

Reisebericht aus Robins Nest

Es gibt noch einen weiteren Reisebericht aus Witzenhausen. Vor etwa zwei Jahren haben wir eine Auszeit in Robins Nest gemacht. Ein weiterer Besuch des Baumhaushotels steht auch auf unserer Erlebnisliste.